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NMEA-Daten an Bord: Gateway, Transporte und was sie bringen

NauticCalc auf dem iPhone — passend zum Thema dieses Artikels.

NauticCalc App-Screenshot

Was NMEA eigentlich ist

NMEA ist die Sprache, in der Bordinstrumente miteinander reden. Der Loggeber meldet die Fahrt durchs Wasser, das GPS die Position, der Windmesser Winkel und Stärke, das Echolot die Tiefe — alles als kurze Datensätze, die über ein Bordnetz laufen.

Für Segler sind drei Varianten relevant:

  • NMEA 0183 — der Klassiker. Textzeilen wie $IIVHW,,,,,6.4,N,, , eine je Messwert. Alt, langsam, aber praktisch überall verstanden.
  • NMEA 2000 — der modernere Bus. Binär statt Text, deutlich schneller, in neueren Booten Standard.
  • Signal K — kein Bus, sondern ein offenes Datenformat auf JSON-Basis. Läuft üblicherweise als Server an Bord, oft auf einem Raspberry Pi, und übersetzt zwischen den Welten.

Warum ein Gateway nötig ist

Ein iPhone hat keinen NMEA-Anschluss. Zwischen Bordnetz und Telefon steht deshalb immer ein Gateway: ein kleines Gerät, das die Instrumentendaten aufnimmt und über WLAN ins Bordnetz stellt. Verbreitet sind fertige WLAN-Gateways, Multiplexer mit WLAN-Modul und Signal-K-Server auf einem Kleinrechner.

Praktisch heißt das:

  1. Das Gateway hängt am Instrumentenbus und spannt ein WLAN auf — oder klinkt sich in dein Bord-WLAN ein.
  2. Das iPhone ist in genau diesem Netz.
  3. Die App verbindet sich über Host und Port mit dem Gateway; gängig ist Port 10110 für NMEA 0183 und 3000 für Signal K.

Ohne Gateway gibt es keine Verbindung — daran ändert keine App etwas. Das ist keine Einschränkung von NauticCalc, sondern der Aufbau an Bord.

Was die Live-Werte bringen

Der praktische Gewinn ist unspektakulär und genau deshalb spürbar: du tippst weniger ab.

  • Fahrt durchs Wasser ist der Wert, den die Kursbeschickung und die Strombeschickung brauchen — nicht die Fahrt über Grund, die das GPS liefert. Genau diese Unterscheidung geht beim Abtippen gern verloren.
  • Kurs über Grund und Fahrt über Grund aus dem GPS ergeben zusammen mit der Fahrt durchs Wasser die Strömung — die App kann sie daraus ableiten, statt sie schätzen zu lassen.
  • Scheinbarer Windwinkel und -stärke vom Masttop speisen die Rückrechnung auf den wahren Wind.
  • Wassertiefe landet auf Knopfdruck im Logbucheintrag statt im Gedächtnis.

Jede dieser Übernahmen spart nicht nur Tippen, sondern eine Fehlerquelle. Eine verdrehte Ziffer bei der Fahrt durchs Wasser zieht sich durch die ganze Kurskette.

Sicherheit und Datenschutz

Die Verbindung ist eine reine Netzwerkverbindung im lokalen Bord-WLAN, zwischen deinem iPhone und deinem Gateway. Es gibt keinen Server dazwischen, keine Anmeldung, keine Cloud. Die Werte werden nur dort gespeichert, wo du sie selbst hinschreibst — etwa in einen Logbucheintrag.

Beim ersten Verbindungsversuch fragt iOS um Erlaubnis für das lokale Netzwerk. Ohne diese Freigabe kommt keine Verbindung zustande; sie lässt sich in den iOS-Einstellungen unter Datenschutz nachtragen.

Typische Fehler

  • Falsches WLAN. Das iPhone hängt noch im Hafen-WLAN oder im Mobilfunk statt im Bordnetz.
  • Fahrt über Grund statt durchs Wasser. Für die Beschickung ist die Fahrt durchs Wasser die richtige Größe — bei Strom unterscheiden sich beide deutlich.
  • Netzwerk-Freigabe abgelehnt. Der iOS-Dialog erscheint einmal; wird er weggetippt, bleibt die Verbindung stumm.
  • Erwartung, dass alles sofort da ist. Ein Gateway schickt nur, was die Instrumente hergeben. Fehlt der Loggeber, fehlt die Fahrt durchs Wasser — daran ändert die App nichts.

Fazit

NMEA an Bord ist kein Selbstzweck: Es nimmt dir das Ablesen und Abtippen ab und hält die Werte konsistent zwischen Instrument, Rechner und Logbuch. Voraussetzung ist ein Gateway im Bord-WLAN. In NauticCalc sind die Bordinstrumente als Beta gekennzeichnet und werden schrittweise freigeschaltet — die Gateway-Dialekte fremder Hardware lassen sich vorab schlicht nicht alle abnehmen.

Weiterlesen: Bordinstrumente (Feature) · Gateway verbinden (Guide) · Logbuch