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Feuer in der Kimm: Sichtweite von Leuchtfeuern berechnen

NauticCalc auf dem iPhone — passend zum Thema dieses Artikels.

NauticCalc App-Screenshot

„Feuer in der Kimm“ — was das heißt

Wenn ein Leuchtfeuer nachts am Horizont auftaucht, sagt der Seemann: das Feuer steht in der Kimm. Die Kimm ist die sichtbare Horizontlinie. Der Moment, in dem ein Feuer über sie steigt, verrät dir eine ziemlich genaue Entfernung — vorausgesetzt, du kennst zwei Höhen.

Geografische Sichtweite

Die geografische Sichtweite hängt allein von der Erdkrümmung und zwei Höhen ab:

  • deiner Augenhöhe über Wasser (auf der Yacht oft nur 2–3 m),
  • der Feuerhöhe des Leuchtturms über der Kartennull.

Beide zusammen ergeben die Entfernung, in der das Feuer geometrisch gerade auftaucht. Je höher Auge und Feuer, desto weiter reicht der Blick über die Kimm. Die Formel dahinter musst du nicht im Kopf rechnen — Feuer in der Kimm macht das für dich, und der Guide: Sichtweite berechnen zeigt es Schritt für Schritt.

Geografische vs. Nenn­reichweite

Wichtig ist der Unterschied zweier „Reichweiten“:

  • Geografische Sichtweite: rein geometrisch, von den Höhen bestimmt (siehe oben).
  • Nennreichweite (nominal range): wie weit das Feuer leuchtstark genug ist, bei einer definierten Standard-Sicht. Sie steht im Leuchtfeuerverzeichnis und auf der Karte.

Sichtbar wird ein Feuer erst, wenn beide Bedingungen erfüllt sind: Es muss über der Kimm stehen und hell genug sein. Bei klarer Nacht begrenzt meist die Geografie, bei Dunst die Leuchtkraft.

Wozu das gut ist

  • Standortbestimmung: Der Aufdaumoment liefert eine Entfernung zum Feuer — kombiniert mit der Peilung eine Standlinie.
  • Landfall planen: Du weißt, wann du das Feuer erwarten darfst — und wirst misstrauisch, wenn es zu früh oder zu spät kommt.
  • Plausibilität: Ein Gegencheck zur GPS-Position, falls die Elektronik zickt.

Typische Fehler

  • Nennreichweite mit geografischer Sichtweite verwechselt.
  • Augenhöhe zu hoch angesetzt (Yacht ist nicht Frachter).
  • Gezeitenstand vergessen: Feuerhöhe bezieht sich auf die Kartennull, dein Auge auf den aktuellen Wasserstand.
  • Dunst ignoriert, der die Leuchtkraft-Reichweite stark senkt.

Fazit

„Feuer in der Kimm“ ist mehr als Romantik: Der Aufdaumoment eines Leuchtfeuers ist eine messbare Entfernung. Wer geografische Sichtweite und Nennreichweite auseinanderhält und mit den richtigen Höhen rechnet, gewinnt eine saubere Standlinie — ganz ohne Elektronik.

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